Fokker D.VII
Gestohlen oder geschenkt?
Ein besonderes Stück niederländischer Luftfahrtgeschichte: Eine originale Fokker D.VII – die nach einer mysteriösen Reise von 85 Jahren in die Niederlande zurückkehrt – ist nun im Museum zu sehen.
Eine lange Reise nach Hause
Nach einer Abwesenheit von mehr als 80 Jahren ist die Fokker D.VII, ein besonderes Stück niederländischen Kulturerbes, in die Niederlande zurückgekehrt. Dieses Jagdflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg hat vermutlich die Seriennummer D-28. Ganz sicher ist das jedoch (noch) nicht.
Vorläufig ist es für einen Zeitraum von fünf Jahren (bis 2030) im Nationalen Militärmuseum zu sehen, als Leihgabe des Deutschen Museums in München.
Niederländische Kennzeichnungen unter deutscher Tarnfarbe
Dieses Jagdflugzeug verschwand während des Zweiten Weltkriegs spurlos aus den Niederlanden. Niemand wusste, wo es geblieben war, bis amerikanische Soldaten der „Monuments, Fine Arts and Archives“ – besser bekannt als die Monuments Men – das Flugzeug 1945 in einer Scheune im bayerischen Vilsbiburg entdeckten.
Das Flugzeug war mit deutschen Markierungen versehen und wurde anschließend an das Deutsche Museum in München übergeben. Jahrelang glaubte man, es handele sich um ein deutsches Flugzeug, bis Restauratoren 1980 eine bemerkenswerte Entdeckung machten: Unter der Tarnfarbe kamen originale niederländische Markierungen zum Vorschein, darunter ein niederländisches Roundel und Teile des Registrierungscodes „D-2?“, möglicherweise D-28.
Eine bemerkenswerte Entdeckung, die den Beginn einer faszinierenden Suche nach der wahren Identität und Geschichte dieses mysteriösen Flugzeugs markierte.
„Der Fall der Fokker D.VII scheint einfach zu sein, doch je tiefer wir in die Materie eintauchen, desto komplizierter wird das Rätsel. Wir sind auf der Suche nach den letzten fehlenden Puzzleteilen.“ Alfred Staarman, kurator
Das Rätsel um das Verschwinden
Die Fokker D.VII gehörte ursprünglich zum niederländischen Marine-Luftfahrtdienst, der zwanzig dieser Flugzeuge im Einsatz hatte (D-20 bis D-39).
Wie das Flugzeug genau von den Niederlanden nach Bayern gelangte, bleibt vorerst ein Rätsel. Zwischen Mai 1940, als sich das Flugzeug noch in den Niederlanden befand, und Dezember 1945, als es wiedergefunden wurde, liegt ein Zeitraum, über den noch vieles unklar ist. Die wahrscheinlichste Erklärung deutet auf Hermann Göring hin, Hitlers rechte Hand und selbst ehemaliger Jagdflieger im Ersten Weltkrieg. Göring flog damals selbst eine Fokker D.VII und hatte Pläne für ein großes Luftfahrtmuseum in Deutschland. Möglicherweise ließ er dieses niederländische Exemplar als eine Art „Geschenk“ nach Deutschland überführen. Doch die genauen Ereignisse bleiben im Dunkeln.
Sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland laufen noch Ermittlungen zu den genauen Umständen dieses bemerkenswerten Verschwindens und der Wiederentdeckung.
Untersuchung zur Herkunft: gestohlen oder geschenkt?
Obwohl die Untersuchung noch andauert, hat das Deutsche Museum, unter anderem auf der Grundlage der Zusammenarbeit mit den niederländischen Kollegen, die Absicht bekundet, die Fokker D.VII an die Niederlande zurückzugeben. In den vergangenen zwei Jahren wurde intensiv und kollegial zusammengearbeitet, allerdings sind noch nicht alle wichtigen Fakten bekannt, sodass einige Fragen weiterhin offen bleiben.
Obwohl die gefundenen Markierungen stark auf die D-28 hindeuten, fehlt noch der endgültige Beweis – nicht alle Ziffern der Registrierung sind vollständig sichtbar. Moderne forensische Techniken stützen die Identifizierung, doch es besteht weiterhin eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein anderes Flugzeug handelt, möglicherweise die D-20. Erst wenn zweifelsfrei feststeht, dass es sich tatsächlich um die D-28 handelt, wird das Flugzeug offiziell an die Niederlande übergeben.
Bis dahin können Sie dieses besondere Stück Luftfahrtgeschichte aus nächster Nähe bewundern. Ein ikonisches Museumsstück, das weiterhin über die Geheimnisse flüstert, die es noch immer in sich trägt.
Sehen Sie sich die Fokker D.VII mit eigenen Augen an
Die Fokker D.VII ist jetzt im Nationalen Militärmuseum zu sehen.
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