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Die Befreiung Europas vor 75 Jahren war ein bitterer Kampf. Mit der Ausstellung „Er oder ich" gedenkt das NMM im Jahr 2020 diesem Kampf. Hier erleben Sie die Befreiung der Niederlande aus dem Blickwinkel von Leo, einem Kanadier und Hans, einem Deutschen.

Ein Kanadier und ein Deutscher

Bei dem Gedanken an die Befreiung erscheinen vor dem inneren Auge feiernde, Fahnen schwenkende Menschen.

Die Ausstellung „Er oder ich" zeigt jedoch gerade den vorhergehenden, unerbittlichen Kampf. Wir beleuchten die Geschichte von zwei Seiten, zum einen von der eines kanadischen und zum anderen von der eines deutschen Soldaten.

Welche Geschichte steckt dahinter, wie haben sie den Kampf erlebt, was hat er sie gekostet und was bedeutete das Ende für sie?

„Er oder ich" ist roh, persönlich und beruht auf wahren Gegebenheiten. Ein Kanadier und ein Deutscher: Ihre Gefühle, ihre Geschichte.

Léo Major

Léo Major (1921-2008) wurde 1921 im französischsprachigen Québec geboren. 1940, als 18-jähriger, wurde er freiwillig Teil der kanadischen Armee und machte 1941, als Mitglied des Régiment de la Chaudière, eine Ausbildung zum Radiotechniker und Scharfschützen in Großbritannien. Dort lernte er Welly Arsenault kennen, diese Freundschaft sollte ein Leben lang halten. Am 6. Juni 1944 landete er mit tausend anderen Kanadiern am Juno Beach.

Begleiten Sie Leo bei seinem Vormarsch vom Juno Beach, bei den wichtigen Schlachten wie z. B. dem harten Kampf um die Schelde und zu den Orten, an denen er verletzt wurde, seinen besten Freund verlor und mutig im Alleingang in Zwolle einfiel.

Hans Kürten

Hans Kürten (1925) aus Leverkusen wuchs in einem von Hitler regierten Land auf. Im Dezember 1942 wurde er in Venlo verpflichtet und im Juni 1943 musste er seinen Dienst antreten. Beides fand er schrecklich, u. a. weil ihm, der eigentlich Monteur werden wollte, von der Regierung ein anderer Bildungsweg aufgezwungen bekam. Nach einigen Monaten der Ausbildung wurde er in die Ukraine geschickt.

An der Ostfront erwarteten ihn harte Kämpfe und schwere Entbehrungen. Im Mai 1944 wurde er als Mitglied der 116. Panzerabteilung „Windhund" in die Normandie versetzt. Im Oktober 1944 war er an den Schlachten um Arnheim beteiligt. Auch Hans verlor seine besten Freunde und wurde mehrmals schwer verletzt.

Spitzenstücke

Für „75 Jahre Befreiung" haben wir einiges auf die Beine gestellt. Neben der Ausstellung in dem vorübergehenden Ausstellungsraum, räumt auch ein Teil unserer festen Zurschaustellung zugunsten der Präsentation spektakulärer Transport-, Flug- und Fahrzeuge, Waffen und anderer Objekte, die bei der Befreiungs Europas eingesetzt wurden, das Feld.

Außerdem bekommen wir einige besondere Fahrzeuge aus dem Ausland, z. B. einen Kangaroo-Tank aus Kanada und den berüchtigten „Deutschen Tiger" aus England.  Ein weiterer Teil der Ausstellung ist unsere bemannte V1 „Reichenberg" von der es weltweit nur noch vier gibt.

„Er oder ich" verspricht eine besondere Zurschaustellung voller einzigartiger Objekte und Geschichten zu werden. Haben Sie Teil an den Erfahrungen der beiden Männer und erleben Sie die Befreiung mit den Augen eines Kanadiers und eines Deutschen. „Er oder ich" öffnet am 14. Februar 2020.